Pfarrgemeinderat

Vortrag zum Thema „Martin Luther“

 

 

Am Dienstag, den 20. Februar referierte auf Einladung des Pfarrgemeindesrates Dr. Martin Krautwurst, Pfarrer der Evangelisch- Lutherischen Kirche in Meran zum Thema „Martin Luther- Wer war er? Was wollte er? Was bewirkte er?“

Am 31. Oktober 2017 jährte sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug. Internationale Projekte, wie Wanderausstellungen und Chorreisen, die Zusammenarbeit von Stiftungen und Auslandspfarrstellen, internationale Kongresse und Tourismus und vieles mehr zeugen auch im Jahr danach von der weltweiten Dimension dieses Jubiläums.

Auch auf Schloss Tirol bei Meran gab es eine Sonderausstellung zum Thema „Luther und Tirol“.

Da es auch in Villnöß eine historische Stätte gibt, die auf eine lutherische Kirche hinweist, erschien uns das Thema passend. Oberhalb von St. Magdalena auf dem Weg zur Kofelwiese befindet sich ein Stein, bei dem sich die Lutherer wohl zum heimlichen Gebet trafen. Eine darauf angebrachte Plakette belegt heute die Richtigkeit der Überlieferung.

Dr. Krautwurst schilderte zu Beginn seines Vortrags das Leben Martin Luthers, das wir hier in kurzer Form aufzeigen möchten:

Verkauf von Ablassbriefen

Die erste vollständige Lutherübersetzung der Bibel setzte neue Maßstäbe in der deutschen Schrift-sprache.

Verkauf von Ablassbriefen, Quelle: Wkipedia

Luther war Augustinermönch und Professor der Theologie an der Universität in Wittenberg. Auf einer Rom-Reise musste er die damaligen Missstände der katholischen Kirche hautnah erleben. Vor allem der Ablasshandel erschreckte und enttäuschte ihn sehr. Die Ablassbriefe wurden von der Kirche offiziell an die "Sünder" verkauft. Durch den Kauf dieser Dokumente konnten die Sünden nach gängiger Vorstellung „getilgt" und die Menschen von ihren Sünden „freigekauft" werden. Dagegen wollte er ankämpfen. Martin Luther ging es darum, die katholische Kirche „wieder herzustellen“ (Reformation), sie zum ursprünglichen Glauben zurückzuführen, sie zu befreien von Prunksucht, Angstmacherei und Ablasshandel. Als Mönch wollte er keine neue Kirche schaffen, auch eine Spaltung war wohl nicht sein Ziel. Dazu führten später andere Faktoren.

Katharina von Bora

Martin Luther veröffentlichte die 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. Seine Botschaften verbreiteten sich durch die Erfindung des Buchdrucks in rasanter Weise. Bald leitete die römisch-katholische Kirche eine Voruntersuchung gegen ihn ein – Vorwurf: Ketzerei. Er wurde für vogelfrei erklärt, d.h. er konnte ohne Ahndung jederzeit umgebracht werden. Jedoch hatte er unter den Mächtigen seiner Zeit auch Verbündete. Durch den Kurfürsten von Sachsen, Friedrich den Weisen, wurde Luther „beschützt“ und in der Wartburg unter dem Decknamen „Junker Jörg“ versteckt. Dort übersetzte er in wenigen Wochen die Bibel ins Deutsche. Diese Bibelübersetzung Luthers wurde zur Grundlage für die neuhochdeutsche Schriftsprache.

Luther forderte auch für Priester das Recht ein, zu heiraten. Er selbst heiratete die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Mit ihr hatte er 6 Kinder und lebte in Wittenberg. Eine letzte Reise führte Martin Luther 1546 zurück in seine Geburtsstadt Eisleben, wo er am 18. Februar starb.

Nach dem Vortrag gab es eine rege Diskussion und die vielen Fragen der Besucher wurden vom Referenten fachkundig und sachlich beantwortet. Es ging darin vor allem um geschichtliche Hintergründe und Sachverhalte der Reformation, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen evangelischem und katholischem Christentum.

Am Ende seiner Ausführungen lenkte Dr. Krautwurst  den Blick auf das Verbindende zwischen den beiden Konfessionen und regte die Besucher an, im Leben im Sinne von Christus den Nächsten in den Mittelpunkt zu stellen.

Glauben lerne man nicht erst in der Not, er gäbe zu jeder Zeit Halt und Kraft. Man ist immer auf dem Weg dorthin.

 

Für den Pfarrgemeinderat

Maria Federspieler

Margareth Pfattner

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