Ein Erlebnis in Haiti hat mich nachdenklich gemacht und ist mir besonders unter die Haut gegangen.

Wir wohnten in der Hauptstadt Port au Prince, in einer kleinen Vorstadt-Pfarrei am Rande eines Slums.

Ein junger Mann, der tatkräftig in der Pfarrei mitarbeitet, der auch einmal in der Woche bei der Bibelgruppe fleißig mittut, bekam als Belohnung für einen Botengang vom Pfarrer 5 Dollar. Am nächsten Tag sollte er für uns Telefonkarten besorgen und der Pfarrer meinte scherzhaft, das kannst du ja mit den 5 Dollar vom Vortag bezahlen. Der junge Mann wurde verlegen und sagte, das Geld habe er nicht mehr. Er habe es schon ausgegeben. „Was hast du damit gemacht?“ fragte der Pfarrer überrascht. „Ich habe für mich um 2 Dollar Brot und etwas Gemüse gekauft für das Abendessen“. „Ja und die restlichen drei Dollar?“

„Die habe ich einem kleinen Buben gegeben, der Hunger hatte, damit er für sich und seiner Familie etwas zum Essen kaufen kann. Er hatte ja noch weniger als ich“, sagte der junge Mann noch leise dazu, und schämte sich fast für seine Tat. Ich war betroffen von diesem Tun. Der Mann hatte ganz selbstverständlich die Botschaft des Evangeliums in die Tat umgesetzt. Die Bibel, der Glaube hat hier ganz konkrete Formen angenommen, hat mit dem Leben zu tun. Der junge Mann sah die Not und handelte, ohne zu berechnen, das Geld könnte er vielleicht morgen selber brauchen.

Ist es nicht genau das, was der Papst 2014 mit den Worten zur Fastenzeit meinte? „ Wir Christen sind aufgerufen, es unserem Meister gleich zu tun und die Not unserer Brüder und Schwestern anzusehen und zu berühren, sie auf uns zu nehmen und konkret zu wirken, um sie zu lindern“.

Pfingsten –

was feiern wir da eigentlich?

„Gut verteilt über das Jahr gibt es viele schöne Feste, und die meisten denken Weihnachten wär' das Beste, und auch Ostern ist im Allgemeinen sehr beliebt, doch ich weiß, das es da etwas besseres gibt“ – so beginnt ein Loblied auf Pfingsten der Wiener Liedermacher Christoph Drexler und Lollo Pichler. Was feiern wir da eigentlich?

Gut verteilt über das Jahr gibt es viele schöne Feste

Und die meisten denken Weihnachten wär' das Beste
Und auch Ostern ist im Allgemeinen sehr beliebt
Doch ich weiß, das es da etwas besseres gibt

Nur ich weiß nicht so recht, wann genau das ist
Und ich weiß eigentlich nicht, was der Grund dafür ist
Nur irgendwas hat's mit dem heiligen Geist zu tun
Die Details haben wir vergessen, doch wir sagen euch nun:

Es geht um Pfingsten, unser Lieblingsfest
Denn im restlichen Jahr sind wir genug gestresst
Doch jetzt ist Pfingsten, und die Bäume blühen
Und zu Pfingsten muss man sich um nichts bemühen.


Ein weltliches Lied der Wiener Liedermacher Christoph Drexler und Lollo (Lorenz) Pichler über Pfingsten, das humorvoll und treffend widergibt, wodurch sich Pfingsten in unserer Wahrnehmung so auszeichnet: Wir haben frei, der Frühling kommt, es gibt keinen Streß mit Geschenken und Familienbesuchen. Pfingsten – das sind meist auch Pfingstferien oder zumindest ein verlängertes Wochenende, weil der Pfingstmontag ebenfalls ein Feiertag ist und darum ist das Fest durchaus beliebt.

Dennoch: Pfingsten steht nicht so im Mittelpunkt, wie Weihnachten und Ostern, dabei ist es eines der wichtigsten Feste im Kirchenjahr. Keine Geschenke, kein Baum, keine Eier, dafür geht es irgendwie um den Heiligen Geist. Worum es beim Pfingstfest eigentlich geht, ist kaum im Bewusstsein. Geburtstage sind ja immer ein Anlass, zu feiern und so kann man sich auch das Pfingstfest als Geburtstagsfest vorstellen – nicht das von Jesus Christus – sondern das der Kirche selbst.

Die erste christliche Gemeinschaft entstand

50 Tage nach dem Pessachfest (Sieben Wochen plus einen Tag) trafen sich die Anhänger Jesu zum jüdischen Erntedankfest, dem Schawuot. Das Wort „Pentecoste“, von dem sich unser Wort „Pfingsten“ herleitet, bedeutet „fünfzigster Tag“.

Was geschah an diesem Tag? Der Tag war ein Festtag in der Jerusalem. Viele Menschen aus unterschiedlichen Regionen waren dort. Auch die Jünger hatten sich nach Jerusalem begeben. Allerdings hatten sie Angst, auch Sie könnten, wie 50 Tage zuvor, Jesus, gefangen genommen und getötet werden.

Sie saßen in einem Haus zusammen und beteten, als etwas ganz Ungewöhnliches geschah. In der Einheitsübersetzung wird dies in der Apostelgeschichte wie folgt beschrieben:

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ –ich?

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