Ein Erlebnis in Haiti hat mich nachdenklich gemacht und ist mir besonders unter die Haut gegangen.

Wir wohnten in der Hauptstadt Port au Prince, in einer kleinen Vorstadt-Pfarrei am Rande eines Slums.

Ein junger Mann, der tatkräftig in der Pfarrei mitarbeitet, der auch einmal in der Woche bei der Bibelgruppe fleißig mittut, bekam als Belohnung für einen Botengang vom Pfarrer 5 Dollar. Am nächsten Tag sollte er für uns Telefonkarten besorgen und der Pfarrer meinte scherzhaft, das kannst du ja mit den 5 Dollar vom Vortag bezahlen. Der junge Mann wurde verlegen und sagte, das Geld habe er nicht mehr. Er habe es schon ausgegeben. „Was hast du damit gemacht?“ fragte der Pfarrer überrascht. „Ich habe für mich um 2 Dollar Brot und etwas Gemüse gekauft für das Abendessen“. „Ja und die restlichen drei Dollar?“

„Die habe ich einem kleinen Buben gegeben, der Hunger hatte, damit er für sich und seiner Familie etwas zum Essen kaufen kann. Er hatte ja noch weniger als ich“, sagte der junge Mann noch leise dazu, und schämte sich fast für seine Tat. Ich war betroffen von diesem Tun. Der Mann hatte ganz selbstverständlich die Botschaft des Evangeliums in die Tat umgesetzt. Die Bibel, der Glaube hat hier ganz konkrete Formen angenommen, hat mit dem Leben zu tun. Der junge Mann sah die Not und handelte, ohne zu berechnen, das Geld könnte er vielleicht morgen selber brauchen.

Ist es nicht genau das, was der Papst 2014 mit den Worten zur Fastenzeit meinte? „ Wir Christen sind aufgerufen, es unserem Meister gleich zu tun und die Not unserer Brüder und Schwestern anzusehen und zu berühren, sie auf uns zu nehmen und konkret zu wirken, um sie zu lindern“.

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