Fastenzeit 2016 

Jahr der Barmherzigkeit

 

Liebe Pfarrgemeinde!

 

Papst Franziskus hat ein Herzensanliegen. Er sagt: „Vorwärts – lebt die Barm-herzigkeit! Ein wenig Barm-herzigkeit macht die Welt weniger kalt und viel ge- rechter. Das ist die Zeit der Barmherzigkeit. Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesellschafts-bereiche hineintragen.“

Deshalb hat Papst Franziskus für 2016 ein Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Dieses sogenannte heilige Jahr begann am 08. Dezember mit der Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom.

Obwohl das Wort Barmherzigkeit nicht gerade zum modernen Sprachgebrauch gehört, ahnen doch die meisten was dahinter steckt.

 

Das Märchen vom Sterntaler erzählt, wie ein armes Mädchen sein letztes Stück Brot einem Hungrigen gibt und mit seinen letzten Kleidern frierende bekleidet.

Im neuen Testament lesen wir vom barmherzigen Samariter, der sich rührend um einen Notleidenden kümmert. Jesus sagt seinen Zuhörern damals wie uns heute: „Geh und handle genauso!“ Entsprechend ist auf dem Logo des heiligen Jahres Jesus zu sehen wie er einen notleidenden Menschen voll Erbarmen auf den Schultern trägt. Dieser Notleidende symbolisiert jeden und jede von uns.

Es gibt aber auch neuformulierte Werke der Barmherzigkeit von Bischof Joachim Wanke. Sie entstanden aus einer Umfrage, welche Werke der Barmherzigkeit in unserer Zeit besonders notwendig seien. Barmherzigkeit ist, einem Menschen zu sagen:

 

  • Du gehörst dazu;

  • Ich höre dir zu;

  • Ich rede gut über dich;

  • Ich gehe ein Stück mit dir;

  • Ich teile mit dir;

  • Ich besuche dich;

  • Ich bete für dich.

  •  

Diese sieben Werke sollen uns besonders in der Fastenzeit begleiten.

Wir werden eines davon heute und an den folgenden Sonntagen jeweils zwei vertiefen.Für alle Menschen, die durch Einsamkeit, Behinderung oder Armut an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Dass sie Menschen finden, die sie aufnehmen und die gemeinsam mit ihnen einen Weg aus ihrer Not suchen.

4. Fastensonntag – 06.03.16

In Anlehnung an das Jahr der Barmherzigkeit vertiefen wir in der Fastenzeit die 7 neuen Werke der Barmherzigkeit von Joachim Wanke. Nachdem wir uns bisher mit den Werken einem Menschen sagen: Du gehörst dazu, einem Menschen sagen: „Ich höre dir zu“ einem Menschen sagen: „Ich rede gut über dich“, einem Menschen sagen: „Ich gehe ein Stück mit dir“ und einem Menschen sagen: „Ich teile mit dir“, sollen uns diese Woche zwei weitere Werke der Barmherzigkeit begleiten:

Einem Menschen sagen: „Ich besuche dich“

Bischof Joachim Wanke schreibt: „Meine Erfahrung ist: Den anderen in seinem Zuhause aufsuchen ist besser, als darauf warten, dass er zu mir kommt. Der Besuch schafft Gemeinschaft. Er holt den anderen dort ab, wo er sich sicher und stark fühlt. Die Besuchskultur in unseren Pfarrgemeinden ist sehr kostbar. Lassen wir sie nicht abreißen! Gehen wir auch auf jene zu, die nicht zu uns gehören. Sie gehören Gott, das sollte uns genügen.“

Einem Menschen sagen: „Ich bete für dich“

Bischof Joachim Wanke schreibt: „Wer für andere betet, schaut auf sie mit anderen Augen. Er begegnet ihnen anders. Auch Nichtchristen sind dankbar, wenn für sie gebetet wird. Ein Ort in der Stadt, im Dorf, wo regelmäßig und stellvertretend alle Bewohner in das fürbittende Gebet eingeschlossen werden, die Lebenden und die Toten, das ist ein Segen. Sag es als Mutter, als Vater deinem Kind, deinem Enkelkind: Ich bete für dich! Tun wir es füreinander, gerade dort, wo es Spannungen gibt, wo Beziehungen brüchig werden, wo Worte nichts mehr ausrichten. Gottes Barmherzigkeit ist größer als unsere Ratlosigkeit und Trauer.

 

Wir möchten einladen, uns dies in nächster Zeit besonders zu Herzen zu nehmen. Als kleine Erinnerungshilfe verteilen wir im Anschluss bei den Ausgängen Symbolkärtchen, welche uns im Alltag begleiten und an die Werke der Barmherzigkeit erinnern sollen.

 

Herr, wir brauchen Augen für einander Augen, die tiefer sehen, die offen sind für die Menschen. – Herr, wandle du unsere Augen!

Herr, wir brauchen ein Herz für einander, ein Herz, das bereit ist zu weltweiter Verbundenheit und Gemeinschaft. – Herr, wandle du unser Herz!

Herr, wir brauchen eine Brücke zueinander: eine Brücke, auf der wir einander begegnen können. – Herr, sei du unsere Brücke!

Herr, wir brauchen einen Weg zueinander, einen Weg, der uns gemeinsam handeln lässt. – Herr, sei du unser Weg!

 

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