Christophorus Sonntag am 30. 07. 2017

 

Am 30. Juli begehen wir wieder den Christophorus-Sonntag. Auch heuer wird diese Aktion von der Katholischen Männerbewegung (KMB) mitgetragen. Über mehrere Jahre schon hat die KMB den Slogan „Bleib Mensch am Steuer“ für diesen Sonntag in den Mittelpunkt gerückt. Sie will damit zum Ausdruck bringen, dass wir unsere Verantwortung im Straßenverkehr wahrnehmen und uns noch stärker bewusst sein müssen, dass wir durch unser Verkehrs-verhalten ganz konkret dazu beitragen können, dass weniger Unfälle und damit weniger Leid in unsere Familien kommt." Beim Gottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche werden Kreuzchen gesegnet und ausgeteilt.

Liebe Pfarrer, Seelsorger und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Pfarrei!

 

Es war ein heftiges Erdbeben, das am 16. April 2016 weite Teile des Küstengebietes von Ecuador erschütterte. Starke Regenfälle, die folgten, taten das übrige. Ganze Teile dieses Küstengebietes waren zerstört. Viele Tote und Verletzte gab es zu beklagen und der Sachschaden an Straßen, Schulen, Kirchen und Häusern war sehr groß.

Einige Wochen vorher war P. Walter Coronel, ein Diözesanpriester aus der Diözese Portoviejo in der Provinz Manabì bei uns auf Besuch, um sich für die Hilfe beim Bau eines Schülerheimes zu bedanken. Als kleinen Dank brachte er einige Kreuzchen mit, welche von einer Frauenorganisation in seinem Dorf aus der Tagua-Nuss geschnitzt worden waren. Er erzählte, dass sich hier einige Frauen und Männer in einer kleinen Genossenschaft zusammengeschlossen hätten, um aus Tagua kleine Kunstgegenstände zu fertigen und so eine Möglichkeit sehen, Schulgeld für ihre Kinder zu verdienen.

Mir gefiel das Projekt auf Anhieb und fragte, ob die Gruppe vielleicht für die Christophorusaktion 2017, an die 50.000 Kreuzchen herstellen könnte. Zuerst glaubten sie dem Auftragsvolumen nicht und dachten, wir hätten uns um einige Nullen verschrieben, als dann alles geklärt war, waren sie überglücklich und begannen gleich mit Mustern und dann mit der Produktion.

Als am besagten 16. April die Erde bebte, hatten die Frauen ihre kleine „artesania“ schon dicht gemacht und waren zu Hause. Das Erdbeben hatte ihre Werkstätte wie auch die anderen Häuser in der Stadt total zerstört, aber keine der Frauen kam zu Schaden. Als wir einige Wochen nach dem Erdbeben nachfragten, ob die Frauen die Kreuzchen noch machen könnten und wollten, baten sie: „Bitte lasst uns diese Arbeit, es ist das einzige, was wir noch haben.“ Inzwischen hatten sie die Produktion der Kreuzchen in ihre teils zerstörten Wohnungen und Hütten verlegt und alles planmäßig abgeschlossen.

Beim Einpacken der Kreuzchen sagte eine Frau zu Pater Walter. „Diese Kreuzchen haben uns schon hier beim Erdbeben beschützt, mögen sie nun die Menschen beschützen, die sie bekommen.“

 

Liebe Mitbrüder, liebe Mitarbeiter/Innen in der Pfarrei. Mir scheint, ein ganz besonderer Segen geht von diesen kleinen färbigen Kreuzchen aus, ein Segen, der Grenzen überwindet und Kontinente und Völker verbindet. Im heutigen Evangelium warnt uns Jesus, das Unkraut vor der Ernte auszureißen. Wartet, bis beides reif ist und ihr gut unterscheiden könnt, was Unkraut ist und was guter Weizen. Dieses Warten können, dieses mit Geduld Abwarten können, bis die Zeit reif ist, ist auch für mich im Missionsamt oft eine große Herausforderung, wenn Projekte nicht immer so laufen und sich entwickeln, wie ich es mir vorstelle. Am Ende muss ich aber immer wieder feststellen: „Der Mensch denkt und Gott lenkt“. So konnten wir Dank der Christophorusaktion im vergangenen Jahr wieder vielen Missionsschwestern, Missionaren und Diözesen helfen, Fahrzeuge anzuschaffen, um so auch dem Sendungsauftrag Jesu, „hinauszugehen um die frohe Botschaft zu verkünden“, gerecht zu werden.

Im vergangenen Jahr erbrachte die Christophorusaktion 264.357,25 Euro. Damit konnten 15 Autos, 1 Motorräder, 4 Kleinbusse, 1 Rettungsauto angeschafft werden.

Ich möchte mich auch bei der Katholischen Männerbewegung bedanken und bitte Sie, liebe Seelsorger, es auch beim Gottesdienst am Christophorussonntag im Namen der Diözese zu tun, für die gute und einsatzfreudige Mitarbeit vieler Männer in unseren Pfarreien bei dieser Aktion.

Viele Anfragen für Fahrzeuge liegen bereits im Missionsamt auf, deshalb bitte ich Sie uns tatkräftig zu unterstützen, damit wir wieder vielen helfen können.

Allen ein großes Vergelt’s Gott!

Diakon Wolfgang Penn

Leiter von missio Bozen

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